Lexikon Reichelsheim (Odenwald)

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  Umsonstladen

Umsonstladen
Eingang Umsonstladen
Foto: Wolfgang A. W. Kalberlah

NACHHALTIG. SOZIAL. MITEINANDER.

Schenken statt wegwerfen! Im Umsonstladen bekommen gut erhaltene Dinge eine zweite Chance. Gesucht werden gut erhaltene und gepflegte Küchen­utensilien und Hausrat, kleine Elektrogeräte und Werkzeug, Kinderspielzeug und Kinderbücher. Besondere Schätze werden gegen eine kleine Spende im Secondhand-Bereich verkauft.
Kleidung und Bücher für Erwachsene können nicht angenommen werden. Alle Gegenstände sollen geputzt abgegeben werden.
Das angeschlossene Begegnungscafé ist ein Ort für alle Generationen, zum Treffen und Austauschen, für Kulturveranstaltungen und Mitmach-Aktionen.

Der Umsonstladen ist wie folgt zu erreichen:
Bismarckstraße 25
Telefon 0151 29841574
Mail Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Öffnungszeiten: Di. von 10:00 bis 13:00 Uhr, Mi-Fr. von 14:30 bis 18:00 Uhr und am ersten Samstag von 10:00 bis 13:00 Uhr
 


Das Haus Bismarckstraße 25 an der Ecke zur Reichenberger Straße war um die Mitte des 18. Jahrhunderts Sitz einer Strumpf­weber­familie.

1784 tauschte der Besitzer Johannes Dingeldein (genannt Hirsch­wirth) das Anwesen mit seinem Nachbarn, dem Leine­weber­­meister Johann Balthasar Weimar aus der Bismarckstraße 23. Ob der Leine­weber oder sein gleichnamiger Enkel zu dem Haus­namen Hambalse (= Hann-Balz = Johann Balthasar) führte, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Nach­weis­bar ist jedoch, dass der Enkel als erster Bäcker­meister der Familie Weimar in diesem Haus genannt wird. In dem Brand­kataster 1858/1902 wird zuletzt ein zweistöckiges Wohnhaus mit Scheuer, Stall und Backofen erwähnt.

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Gasthaus „Zum Deutschen Kaiser“
um 1900

Foto: RRO-FAR-1-02-017 RE

Der Enkel Johann Balthasar Weimar wird in den Ge­wer­be­tage­büchern 1820/29 auch als Bier- und Branntweinwirt, später als Gastwirt, genannt. Dies bedeutet, dass das Haus auch eine Gaststätte beherbergte. Sie trug zunächst den Namen „Zum Deutschen Kaiser“ und später „Zum Hirsch“.

1925/26 bauten die Besitzer einen Saal an. Er wurde unter anderem auch von den örtlichen Vereinen genutzt. So zum Beispiel ab dem Frühjahr 1947 von den Reichelsheimer Turnern, die dort dienstags abends eine gemeinsame Turnstunde von Männern und Frauen abhielten. Er bildete zugleich das Vereinslokal des Kultur- und Sportvereins (KSV) Reichelsheim.

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Bäckerei und Café Weimar im Juni 2008
Foto: Wolfgang A. W. Kalberlah

Im Gasthaus war das erste öffentlich zugängliche Fernsehgerät aufgestellt und ein Anziehungspunkt für die Bevölkerung.

Die Bäckerei mit dem Ver­kaufs­laden an der Haus­ecke existierte noch bis in die 2010er-Jahre und während die Gaststätte zum Café Weimar umfunktioniert wurde. Danach zog für wenige Jahre das Feinkostgeschäft „El Gusto“ ein und wurde um 2022 von dem Laden „Lieblingsstücke“ des Deutschen Roten Kreuzes für gebrauchte Kleidungs­stücke ersetzt. Nachdem dieses im März 2026 in das ehemalige Modegeschäft Erdbrink umgezogen war, zog der Verein „Mittendrin“ mit dem ersten Umsonst­laden im Odenwald zum 1. April 2026 ein und eröffnete ihn offiziell am 8. Mai desselben Jahres.

 

Verantwortlicher Autor:
[Kalberlah, Wolfgang A. W.]